
Der Name trägt bereits eine deutliche Symbolik: Bär-Lauch – Lauch mit Bärenkraft.
Im Boden bildet Bärlauch ein dichtes unterirdisches Knollen-Netz. Gefällt ihm ein Standort, breitet er sich dort schnell und großflächig aus. Besonders häufig findet man ihn in Laubwäldern, vor allem unter Eichen und Buchen.
Doch der Lebensraum des Bärlauchs ist auch der Lebensraum anderer Pflanzen – darunter giftige Begleiter wie der Aronstab. Gerade im jungen Stadium ähneln sich die Pflanzen so stark, dass beim Sammeln große Aufmerksamkeit nötig ist. Wer nicht genau hinsieht, kann leicht die falsche Pflanze pflücken.
Der heilkräftige Bärlauch und der sehr giftige Aronstab teilen sich denselben Raum. Damit spiegeln sie auch einen Übergang wider: den Wandel vom dunklen Winter in die helle Jahreszeit. Beide Pflanzen erinnern daran, dass Gegensätze in der Natur nebeneinander existieren und dass das eine nicht ohne das andere gedacht werden kann. Der Unterschied zeigt sich drastisch, wenn man den Aronstab kostet (ich empfehle es nicht!). Seine Inhaltsstoffe erzeugen ein Gefühl, als steckten unzählige kleine Stacheln im Mund. Der Bärlauch hingegen ist eine geschätzte Delikatesse und Heilpflanze. Sie verdeutlichen, wie nah Leben und Tod, Genuss und Abwehr, nebeneinander stehen können.
Ahornstab
Der Bär selbst gilt seit langem als Symbol des erwachenden Frühlings. Nach dem Winterschlaf erscheint er kraftvoll und lebendig. Gleichzeitig ist der Bär als Heiler bekannt, der Heilpflanzen nutzt, um Wunden und Krankheiten zu behandeln. Schon in früheren Zeiten – etwa bei den Germanen – verband man diese Vorstellung mit dem Bärlauch. Die Pflanze galt als Träger jener Kraft, die den Körper nach dem Winter wieder stärkt.

